- 1:
Home AEDE. - 2:
Europausbildung. - 3:
Über Europausbildung. - 4:
Programm ausbildung.- 4.1:
Vorwort. - 4.2:
Die Entwicklung Europas. - 4.3:
Glossar Personenverzeichnis. - 4.4:
Fachwort-Glossar. - 4.5:
Chronologie. - 4.6:
Citations. - 4.7:
Videos. - 4.8:
Bilder.
- 4.1:
- 5:
Articles and conferences. - 6:
Euro converter. - 7:
Türkische Lira. - 8:
Links. - 9:
Das Scheitern des Euro?. - 10:
Kontakt. - 11:
Login.
Die Entwicklung Europas - 1. Die Euro
1.1. Grundbegriffe - Des euro
1.1.1. Was ist eine Währung?-
Schon nach Maßgabe von Aristoteles musste eine „Währung“, um als solche akzeptiert zu werden, gleichzeitig
Rechnungseinheit*, Wertreserve* und
Zahlungsmittel* sein.
Es gibt zwei Arten von Währungen:
- das
Papiergeld*, das aus Münzen und Banknoten besteht. Sein Wert beruht auf dem Vertrauen in den Aussteller, im Allgemeinen eine
Zentralbank*;
- das
Buchgeld* oder Bankgeld, welches für die Übertragung von Konto zu Konto durch einfache Buchung verwendet wird: Überweisungsaufträge, Schecks, Kreditkarten, usw. Es handelt sich um Geldbeträge, die kurzfristig fällig werden.
Eine Währung muß durch ein wirksames finanzielles Netz gestützt werden und in letzter Instanz von einem Darlehensgeber*, d.h. einer Zentralbank, die den Wert der Währung garantiert. - das
1.1.2. Was bedeutet ein internationales Währungssystem?-
Der internationale Geldverkehr erfolgt auf dem sogenannten Devisenmarkt, der universal ist und keine Zeiten kennt. Universal, da es für jede Währung nur einen Preis gibt und rund um die Uhr, da aufgrund der unterschiedlichen Zeitzonen immer ein Markt offen ist. Die
Wechselkurse* berücksichtigen die für die jeweiligen Währungen geltenden Zinssätze.
Nur konvertible Währungen, „
Devisen“* genannt, sind auf dem internationalen Markt marktfähig. Die anderen, besonders die Währungen vieler Entwicklungsländer, werden nur mit dem Einverständnis der jeweiligen Länder gehandelt.
Das internationale Währungssystem hatte mehrere Formen. In dem auf der „Goldwährung“ basierenden Handelssystem wurde der Wechselkurs der Devisen durch ihren Gegenwert in Gold festgelegt. Dieses System funktionierte bis zum ersten Weltkrieg.
Es wurde durch das „Goldwährungs“-System abgelöst, in dem einige wichtige Währungen die gleiche Rolle spielten wie das Gold , d.h. man war sicher, das sie durch ausreichende Goldreserven gestützt waren. Dieses System wurde bei der Konferenz von Genua 1922 bestätigt. Die internationale Referenzwährung war damals das Pfund Sterling (GBP). Das System brach allerdings infolge der großen Krise von 1929 und durch die Abkoppelung des GBP vom Gold 1934 zusammen. Diese Zeit machte deutlich, wie notwendig eine bessere internationale Zusammenarbeit war und führte zur Errichtung der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BRI) mit Sitz in Basel.
Bei der Konferenz von
Bretton Woods* 1944 wurde der amerikanischen Dollar (USD) zur Leitwährung des internationalen Währungssystems auf der Grundlage der Goldwährung bestimmt, wodurch jede Devise in USD bzw. in Gold umgetauscht werden konnte. Der USD entsprach einem Wert von 0,888 Gramm Feingold.
Das Abkommen von Bretton Woods (Abbildung, ndr)
Das System wurde vom
Internationalen Währungsfond (IWF)*, dem Hüter der festen
Paritäten* und von der Internationalen Bank für Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung unterstützt, die heute unter der Bezeichnung „Weltbank“ bekannt ist und die Finanzprobleme mit dem Ziel der Verringerung der Einkommensunterschiede zwischen den Mitgliedsländern durch Hilfe zum Wiederaufbau und zur Entwicklung regelte. Im System von Bretton Woods sind die Wechselkurse zwischen den Währungen festgelegt: der zentrale Wechselkurs muß dem IWF mitgeteilt werden und Änderungen unterliegen seiner Kontrolle. Dieses System trat jedoch erst 1960 in Kraft, als die wichtigen Industrieländer die Prinzipien akzeptierten.
Das Streben nach einer Weltwährung führte 1969 zur Schaffung eines Währungskorbes mit Sonderziehungsrechten.
Das System von Bretton Woods brach 1971 infolge des Entstehens eines neuen wirtschaftlichen Schwerpunktgebiets in Europa und des anhaltenden Defizits der Leistungsbilanz der Vereinigten Staaten mit ihrer laschen Haushaltspolitik zusammen, insbesondere durch die Ausgaben im Zusammenhang mit dem Vietnamkrieg. Wieder brach das internationale Währungssystem zusammen, da eine nationale Währung (USD) als internationale Referenzwährung gedient hatte.
Der Wirtschaftswissenschaftler
Robert Triffin* ist der Auffassung, dass das Währungsdurcheinander im XX. Jahrhunderts zum großen Teil durch den Einsatz nationaler Devisen als internationale Währung verursacht wurde.
Robert Triffin,
Bezug: cepa.newschool.edu/het/profiles/triffin.htm
In dem Bestreben, das internationale Währungssystem der wirtschaftlichen Realität anzupassen, entstand das System der flexiblen Wechselkurse. Jeglicher Bezug zum Gold wurde aufgehoben, selbst in der überarbeiteten Satzung des IWF und die Wechselkurse schwankten frei, je nach Lage des Marktes. In der Differenz zwischen dem Devisenkurs des Käufers und Verkäufers von Devisen lag das Risiko des Tausches. Sehr bald, nämlich 1972, suchte man für Europa nach Möglichkeiten, diese Risiken zu begrenzen, insbesondere durch die Schaffung von „Währungsschlangen“ oder „-Tunnel“ in einem Umfeld wirtschaftlich homogener Einheiten.
1.1.3. Was ist eine Währungsunion?-
Geld in Umlauf zu bringen war schon immer ein
Hoheitsrecht*, welches nur den Machthabern unabhängiger Hoheitsgebiete (Grafschaften, Städte und später auch Staaten) vorbehalten war.
Allgemein lassen sich die Währungsbeziehungen zwischen Staaten in drei Kategorien einteilen: feste Wechselkurse (hier bewegen sich die Kurse innerhalb von engen Bandbreiten), flexible Wechselkurse (hier entscheidet der Markt über die Kurse, die frei fluktuieren) oder eine Währungsunion.
Im Gegensatz zum System flexibler Wechselkurse erfordert das System der festen Kurse Bemühungen um Konvergenz zwischen den Wirtschafts- und Währungspolitiken der teilnehmenden Länder. In Ermangelung einer Ausgewogenheit zwischen den Volkswirtschaften der Teilnehmer lassen die Währungsbehörden die für ihre Währung geltenden Zinssätze variieren.
Eine Währungsunion bedeutet eine gemeinsame Währungspolitik, vor allem aber einen gemeinsamen Leitzinssatz. Je nach politischen, wirtschaftlichen oder anderen Gegebenheiten kann parallel zu den nationalen Währungen eine gemeinsame Währung oder eine einheitliche Währung geschaffen werden, die dann an die Stelle dieser Währungen tritt.
1.1.4. Warum sollte eine Währungsunion geschaffen werden?-
Die Währung ist der gemeinsame Nenner für Geschäfte (Ein- und Verkäufe).
Ein Geschäft innerhalb eines Landes wird in der nationalen Währung abgewickelt, die Verkäufer und Käufer gemeinsam ist. Bei einem internationalen Geschäft – Im- und Export – arbeiten Verkäufer und Käufer gewöhnlich mit unterschiedlichen Währungen. Dabei kommt es zu Unsicherheit in Bezug auf die Preise (mangelnde Transparenz) und es besteht ein Wechselkursrisiko.
Stellen die internationalen Geschäfte ein erheblichen Teil des Einkommens eines Landes dar, so ist dieses Land daran interessiert, eine gemeinsame Währung mit seinen Partnern zu benutzen. 1997 wurden in der Europäischen Union (EU) mehr als 60% der internationalen Geschäfte in Dollar (USD) abgewickelt.
Auf internationaler Ebene zeigt die Erfahrung, dass die Verwendung der Währung eines Landes als Eckpfeiler des internationalen Währungssystems langfristig keine Stabilität bildet. Früher oder später haben die besonderen Interessen des entsprechenden Landes gegenüber den Interessen der Weltgemeinschaft Vorrang. Aus diesem Grund verringert eine Währungsunion zwischen mehreren unabhängigen Ländern dieses Risiko und garantiert eine größere Stabilität. Der Euro wird nach und nach das mit der gegenwärtigen Verwendung des USD verbundene Risiko bei einem Großteil des Handels mit der Union und in ihr selbst beseitigen. Er ist ein Beispiel dafür, wie eine gemeinsame Währung zwischen Ländern gleicher Kultur geschaffen werden kann. Eine gemeinsame Währungspolitik erlaubt außerdem, auf eine wirtschaftliche oder Finanzkrise von außen wirksamer reagieren zu können.
Die Geschichte Einleitung
1.1.5. Warum eine gemeinsame Währung für Europa?-
Die Europäische Union hat einen gemeinsamen Markt ohne Handels- bzw. finanzielle Hemmnisse geschaffen. Die Störungen, die mit dem Weiterbestehen der nationalen Währungen verbunden sind, gefährdeten die Nachhaltigkeit dieses gemeinsamen Marktes. Störungen ergaben sich hauptsächlich durch das Bestehen des freien Güter- und Kapitalverkehrs auf der einen und des Nebeneinanderbestehens von „starken“ und „schwachen“ Währungen auf der anderen Seite. Unterschiedliche Wirtschafts- und Währungspolitiken, verbunden mit deutlichen und anhaltenden Unterschieden bei den
Inflationsraten* hinderten die Unternehmen daran, entsprechend planen und die Vorteile des gemeinsamen Marktes voll nutzen zu können. So führten beispielsweise die Bemühungen Großbritanniens 1990-1993, seine Inflation in den Griff zu bekommen, zu einer Überbewertung des Pfund Sterling (GBP) und zu einer tiefgreifenden Rezession, während in der übrige Union vorübergehend die durch den Fall des eisernen Vorhangs bedingten wirtschaftlichen Vorteile genutzt werden konnten. Die Unterschiede zwischen den nationalen Wirtschafts- und Währungspolitiken, verstärkt durch deren autonomen Charakter, waren mit einem gemeinsamen Markt unvereinbar. Die Währungsunion war daher für eine harmonische Weiterentwicklung Europas dringend erforderlich.
Die Vergangenheit hat gezeigt, dass ein Währungssystem in Europa, gestützt auf die nationalen Währungen und mit einer Devisenkontrolle, keine Garantie für eine dauerhafte Ausgewogenheit bildet und zu wirtschaftlichen Störungen zwischen den Ländern führt. Das Anhalten der Wirtschaftskrise in Europa in den 90er Jahren und die schwere Finanzkrise 1992 und 1993 sind der Beweis dafür. Eine gemeinsame Währung bedeutet auch eine bessere wirtschaftliche Koordinierung, daher auch die Bedeutung des „w“ (wirtschaftlich) in der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU).
Die Beseitigung der Wechselkursschwankungen in Europa und das Entstehen einer europäischen Währung sind die Ursachen für eine grundlegende Änderung in den Währungsbeziehungen weltweit, die sich in der Zukunft nur noch auf drei bzw. vier internationale Währungen stützen werden: den Dollar, den Yen, den Euro und höchst-
wahrscheinlich den chinesischen Yuan.
Die gemeinsame Währung muß es ermöglichen, das Potential des gemeinsamen europäischen Marktes voll auszuschöpfen und die wirtschaftliche Entwicklung der Union durch mehr Preistransparenz, durch die Beseitigung von Verzerrungen, die mit dem Wechselkursrisiko zwischen den nationalen Währungen und unnötigen Bankgebühren verbunden sind, zu fördern. Der Handel innerhalb des gemeinsamen Marktes belief sich 2001, nur zwei Jahre nach der Einführung des Euro, auf 40% zwischen zwei oder mehreren Staaten und der Satz stieg um 1% im Jahr. Da die Währung der gemeinsame Nenner für Handelsgeschäfte darstellt, ist es folgerichtig, nur eine einzige Währung in der Europäischen Union zu haben. Sie ist die logische Ergänzung zum freien Personen-, Güter-, Kapital- und Dienstleistungsverkehr auf dem gemeinsamen Markt.
Eine einheitliche Währung bedeutet außerdem eine wirksame Währungs- und Haushaltsdisziplin, die einmal die Preisstabilität sichert, ferner eine wettbewerbsorientierten Abwertung bzw. Überbewertung zwischen den Mitgliedern der WWU beseitigt und stabile und niedrige Zinssätze schafft, was sich wiederum günstig auf die Entwicklung von Wachstum und Beschäftigung auswirkt.
Kurzfristige Schwankungen der Wechselkurse der Währungen der WWU im Verhältnis zum ecu
© Promeuro – Abbildung 1.1.a
Europa ist damit in der Lage, sich einen wirklich internationalen politischen Status zu schaffen. Ein Beispiel: was wäre die Bedeutung der Vereinigten Staaten, wenn es einen texanischen Dollar gäbe, einen in Alabama und einen in Oregon usw.? Diese Staaten würden sicherlich nicht in den Genuß der Vorteile einer Weltwährung wie des USD kommen. Mit dem Euro hat Europa seine Rechnungseinheit, seine Wertreserve und sein gemeinsames Zahlungsmittel.
1.1.6. Wie lässt sich der Erfolg einer Währungspolitik ermessen?-
(Eine Anregung bildete Francois Bilgers „Sind die Kriterien von Maastricht realistisch“ von 1995)
Eine Währungspolitik ist nur von Dauer, wenn sie mindestens vier Kriterien erfüllt, die auch „die vier Ecken des magischen Vierecks“ genannt werden. Sie muß folgende Faktoren sichern können:- innere Stabilität: Inflationsrate bzw. Preisanstieg müssen gering bleiben. Eine stabile Währung wird als Voraussetzung für anhaltendes Wachstum angesehen. Die Zentralbank hat die Aufgabe, den Geldwert ihrer Währung aufrecht zu erhalten. Dies ist der Grund, warum sie unabhängig vom Staat bzw. von der Politik bleiben muß, die eher dazu neigt, den unmittelbaren Wünschen der Wähler gerecht zu werden, zuweilen auf Kosten der langfristigen Ziele der Gesellschaft;
- äußere Stabilität bzw. die Stabilität der Währung auf den Devisenmärkten durch Aufweisen einer neutralen bzw. positiven Leistungsbilanz. Diese Leistungsbilanz ist Maßstab für den Handel zwischen einer Währungszone und ihren internationalen Partnern. Ist sie systematisch neutral bzw. positiv, so bedeutet das, das die Zone sich ihre Währungsreserven erhält. Ist sie systematisch negativ, so bedeutet das, das sich ein zunehmender Teil der Währung im Ausland befindet und damit die Reserven schwinden. Ziel ist es, die Stabilität des Wechselkurses der Währung und der (bzw. den) internationalen Referenzwährungen heute der Euro, der USD und der JPY – langfristig so zu halten, das die Stabilität des internationalen Währungssystems und der internationale Handel gefördert werden.
- wirtschaftliches Wachstum, das zur Einkommenserhöhung führt. Dies lässt sich durch die Senkung bzw. Erhöhung des Leitzinssatzes oder Rediskontsatzes und des Umlaufvermögens*, das von der Zentralbank in Umlauf gebracht wird, sowie durch die Devisenkurse beeinflussen.
- die Beschäftigung, die die soziale Grundlage für die Währungspolitik bildet. Sie wird weitgehend vom Wirtschaftswachstum und vom Steuersystem bestimmt.
Die beiden ersten Faktoren fallen in erster Linie in den Zuständigkeitsbereich der Währungsbehörden, die beiden letzteren liegen in der Zuständigkeit der Wirtschaftsbehörden. Es geht nicht darum, die Unabhängigkeit der Zentralbank in Frage zu stellen, die für die Währungspolitik und für die Stabilität der Währung, die Voraussetzung zur Erhaltung des Potentials für wirtschaftliches Wachstum, verantwortlich ist. Aber eine Zusammenarbeit zwischen Währungs- und Wirtschaftsbehörden ist für die Einhaltung der vier Kriterien erforderlich.
1.1.7. Welche Länder waren am Aufbau der Europäischen Union beteiligt?-
Der Aufbau der Europäischen Union begann mit dem Vertrag von Paris, der am 18. April 1951 unterzeichnet wurde und am 23. Juli 1952 in Kraft trat, womit die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) ins Leben gerufen wurde. Mit der EGKS wurde ein gemeinsamer Markt für Kohle und Stahl zwischen Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, den Niederlanden und der Bundesrepublik Deutschland gegründet.

Video zur Unterstützung: die Gründerväter Europas
1954 erlitt die europäische Integration eine schwere Niederlage: mit der Mehrheit von nur einer Stimme lehnte das französische Parlament die Schaffung einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) ab, die Europa mit diesen sechs Ländern politisch voranbringen sollte.
Die gleichen sechs Länder beteiligten sich auch an der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) – auch gemeinsamer Markt – und an der Europäischen Atomgemeinschaft (Euratom), die durch die römischen Verträge begründet, im März 1957 unterzeichnet wurden und am 1. Januar 1958 in Kraft traten. Das Vereinigte Königreich, Dänemark und Irland traten der EWG 1973 bei; 1981 kam Griechenland dazu, 1986 Spanien und Portugal, 1995 Österreich, Finnland und Schweden. Am 1. Mai 2004 traten Zypern, Estland, Ungarn, Lettland, Litauen, Malta, Polen, die Tschechische Republik, Slowakei und Slowenien der Europäischen Union bei. 2005 bewarben sich weitere Länder um einen Beitritt zur EU: Bulgarien, Rumänien, die Türkei und Kroatien.
Durch Volksentscheid haben Norwegen und die Schweiz ihre Mitgliedschaft in der EU am 25. September 1972 (53,5% Nein-Stimmen) bzw. am 4. März 2001 (78% Nein-Stimmen) abgelehnt.
Island, das 1904 unabhängig wurde und sich 1918 aufgrund eines Unionsakts mit Dänemark zum unabhängigen Königreich erklärte, hat einen Sonderstatus.
Grönland ist ein Gebiet, das verwaltungsmäßig zu Dänemark gehört, aber seit 1978 Unabhängigkeit genießt. 1982 haben seine Bewohner per Volksentscheid beschlossen, der Europäischen Union nicht mehr anzugehören.
Karte Europas
© Promeuro – Abbildung 1.1.b
Das Schengener Abkommen hat die Abschaffung von Personenkontrollen an den gemeinsamen Grenzen zwischen den Staaten und eine Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Polizei, Zoll und Justiz zum Ziel. Das Abkommen vom 14. Juni 1985 und vom 19. Juni 1990 wurde von 15 Europäischen Staaten unterzeichnet: Frankreich, Deutschland, Belgien, Luxemburg, Niederlande, Italien, Griechenland, Spanien, Portugal, Dänemark, Österreich, Schweden, Finnland, Norwegen und Island. Die fünf Länder der nordischen Passunion (Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen und Island) sind dem Gebiet von Schengen am 25. März 2001 beigetreten. Aufgrund des Vertrags von Amsterdam haben das Vereinigte Königreich und Irland die Möglichkeit, sich diesen Ländern anzuschließen. Die Länder, die der Europäischen Union 2004 beigetreten sind, müssen den ‚Acquis’ von Schengen bei ihrem Beitritt übernehmen.
1.1.8. Ist der Euro das Endergebnis des Aufbaus Europas?-
Walter Hallstein*, der erste Präsident der europäischen Wirtschaftskommission (EWG), die durch den Vertrag von Rom 1957 gegründet wurde, erklärte 1958, der Aufbau Europas würde in drei Phasen erfolgen: die erste bestünde im Aufbau einer Wirtschaftsgemeinschaft, die zweite würde zu einer einheitlichen Währung führen, die dritte wäre politisch und würde zu einem Europäischen Staatswesen führen.
Walter Hallstein
Der Euro wurde mit dem Ziel in Umlauf gebracht, den Eckpfeiler der Wirtschafts- und Währungsintegration der Europäischen Union zu bilden. Der freie Personen-, Güter, Dienstleistungs- und Kapitalverkehr innerhalb des gemeinsamen Marktes war zwangsläufig mit der Verwendung einer gemeinsamen Währung verbunden.
Die Schaffung des gemeinsamen Marktes, des Schengener Raumes und die Einführung des Euro erleichtern die Freizügigkeit erheblich. Ihre Segnungen bleiben jedoch durch die mangelnde Harmonisierung der Steuersysteme, der juristischen Verfahren, der Einrichtungen für den sozialen Schutz, der Finanzmärkte und der nationalen Verwaltungsverfahren begrenzt. Die Beseitigung dieser letzten Hindernisse erfordert die Zustimmung der Bürger zu tiefgreifenden, noch anstehenden Reformen.
Mit dem Euro verschwindet eines der letzten, nicht zolltariflichen Hindernisse unter den Ländern der Europäischen Union, die zur „Eurozone“ gehören. Seine Einführung ist jedoch nur eine Stufe eines großen Planes. Mehr als das Endergebnis eines Prozesses zu sein, weist der Euro auf die künftigen Herausforderungen beim Aufbau Europas hin.
„Die besten Europäer sind nicht die mit den besten oder großartigsten Ideen, die den Mut verlieren, wenn sie nicht Wirklichkeit werden. Gute Europäer sind diejenigen, die die Schwierigkeiten erkennen, sie zu lösen versuchen und sich dabei nie entmutigen lassen.“



